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Ein Kinderspiel/Kein Kinderspiel. Literarisches zum Thema

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Bookitis Pick
Cover for Ein Kinderspiel/Kein Kinderspiel. Literarisches zum Thema
EK
Image source: Open Library
Kay Ganahl2 editions

**Vorwort** Ein Kinderspiel/Kein Kinderspiel „Als das Kind Kind war, ging es mit hängenden Armen, wollte der Bach sei ein Fluß, der Fluß sei ein Strom und diese Pfütze das Meer.“ Peter Handkes Lied vom Kindsein drängte sich mir schon bei der ersten Durchsicht des Buches Ein Kinderspiel / Kein Kinderspiel auf, für das Kay Ganahl als Herausgeber verantwortlich zeichnet. Ich denke, es könnte schlechtere literarische Referenzen für ein solches Vorhaben geben. Dieser Eindruck verfestigte sich bei der zweiten, intensiveren Lektüre dessen, was dem geneigten Leser bzw. der Leserin hier auf 162 Seiten präsentiert wird. Der Solinger Autor und Kommunikationsbeauftrage des Freien Deutschen Autorenverbands NRW hat es nämlich geschafft, unter dem ebenso ambivalenten wie beziehungsreichen Titel ein aussagekräftiges Spektrum an literarischen Genres und künstlerischen Ausdrucksformen zu versammeln. Ein Spektrum, dessen einzelne Teile jedoch bei all ihrer Individualität immer den Bezug zum Thema waren, nie beliebig oder prätentiös erscheinen. Ein Spektrum, das nicht zuletzt auch den im FDA des Landesverbands NRW mannigfach vorhandenen Multibegabungen Rechnung trägt. So versteht sich nicht nur der Herausgeber selbst auf die Kunst der Illustration, auch Autorinnen wie Marlies Strübbe-Tewes, Maria Stalder, Angelika Stephan und Renate Dorten bereichern das vorliegende Werk durch ihre kreativen Fähigkeiten als Malerinnen. Es ist gerade diese gelungene Korrespondenz von Bildern und Texten, vor allem Lyrik und Kurzprosa, die dieses Buch zu einem ausgewiesenen Lektürevergnügen machen. „Als das Kind Kind war, war es die Zeit der folgenden Fragen. Warum bin ich ich und warum nicht du? Warum bin ich hier und warum nicht dort?“ Kinderfragen, die wir uns als Erwachsene auch immer wieder einmal stellen sollten. Denn auch das Erwachsenenleben ist schließlich alles andere als ein Kinderspiel. Davon legen einige Texte dieses Kompendiums Zeugnis ab, davon, was Kindern von Erwachsenen oft zugemutet wird oder konkret widerfährt: Krieg, Gewalt, Missbrauch. Dinge, die sich in der Erinnerung zu einem schwarzen Knoten auf der Seele zusammenballen, die weitere Existenz bestimmen. Gerade heute beschleicht mich oft das Gefühl, dass Kindern immer weniger Zeit gelassen wird, Kind zu sein, dass die Erkenntnis Huizingas, der Mensch sei nur da ganz Mensch, wo er spielt, immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird. Genau aus diesem Grund ist es wichtig, die Texte dieses Buches zu lesen, die aber natürlich auch dem Heiteren und Unbeschwerten Platz lassen. Nicht umsonst ziert ja ein bunter Lebensbaum das Cover dieses E-Books, das ich mir übrigens ebenfalls sehr gut in gedruckter Form vorstellen könnte. „Als das Kind Kind war, spielte es mit Begeisterung und jetzt, so ganz bei der Sache wie damals, nur noch, wenn diese Sache seine Arbeit ist.“ Die Begeisterung für das Thema nimmt man den Autoren und Autorinnen in jeder Zeile ab und ja, ein solches Buch zu initiieren und auf die Beine zu stellen bedeutet eine Menge Arbeit. Ganz sicher kein Kinderspiel, aber dafür ein Resultat, das sich sehen und lesen lassen kann. Eine literarische Leistung, die dem FDA in Nordrhein-Westfalen gut zu Gesicht steht und für die ich sämtlichen Beteiligten, allen voran Kay Ganahl, an dieser Stelle herzlich danke. von Dr. Manfred Luckas, Vors. Freier Deutscher Autorenverband, Landesverband Nordrhein-Westfalen im Mai 2016

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