Chicago spielen
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Zwei Halbstarke haben einen Flötisten in ihre Gewalt gebracht. Sie erklären nicht, warum sie ihn frühmorgens aus dem Bett gezerrt haben. Und sie spielen das Würfelspiel "Chicago", nach dessen Regeln es nicht wie üblich einen Gewinner gibt, sondern einen Verlierer. Die Geiselnehmer entpuppen sich als Ordnungshüter, obwohl ihre Aufmachung und ihr Verhalten dagegen sprechen. Der Flötist schnappt nur Gesprächsfetzen über das, was eigentlich vorgeht, auf: Staatsbegräbnis, Sicherstellung von Staatsfeinden, heimliche Liebschaften. Die Situation wird immer undurchsichtiger und bedrohlicher für ihn, zumal sich die Herren der Macht offenbar an keine Regeln halten müssen – außer beim "Chicago"-Spiel. Eine Groteske auf staatliche Allmacht.
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Gert Loschütz
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