Nationalsozialistische Vernichtungspolitik, 1939–1945
Neue Forschungen und Kontroversen
Die Erforschung der nationalsozialisischen Vernichtungspolitik ist in Bewegung geraten. Nicht so sehr Theorien und Interpretationen stehen dabei im Vordergrund als vielmehr Untersuchungen auf dichter empirischer Grundlage, die die bisherigen Kenntnisse über den „Holocaust“ erheblich erweitern und in vielen Punkten revidieren. Dies gilt insbesondere für das konkrete Vorgehen der Deutschen in den einzelnen Regionen Mittel- und Osteuropas. In diesem Band werden wichtige Ergebnisse solcher Forschungen vorgestellt. Die Autoren befassen sich mit der Entwicklung in Polen, der Sowjetunion, in Serbien und in Frankreich. Sie untersuchen vornehmlich die verschiedenen Antriebskräfte des deutschen Vorgehens in den einzelnen Besatzungsregionen. Dabei erweist sich die seit langem mit großem Aufwand geführte Diskussion, ob der Holocaust als „Vollzug einer Weltanschauung“ zu verstehen sei oder als Prozeß der allmählichen Radikalisierung, als nurmehr wenig hilfreich. Es ergibt sich vielmehr ein Gesamtbild, in welchem situative Elemente und allmähliche Radikalisierungsprozesse vielfältig mit sich verändernden politischen, wirtschaftlichen und militärischen Zielsetzungen und ideologischen Überzeugungen verknüpft sind. Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik erweist sich dabei nicht als geheimes Geschehen, sondern als Teil der deutschen Eroberungs- und Besatzungspolitik in Europa. Die Beiträge sind mit einer Ausnahme aus einer aufsehenerregenden Vortragsreihe am Historischen Seminar der Universität Freiburg im Winterse mester 1996/97 hervorgegangen.
Overview
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Contributors
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Ulrich Herbert
- Open Author
Götz Aly
Editions
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