Sprung ins Hafermeer
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Harald Gerlach redet dem Dorf das Wort. Er zählt Korn- und Kleejahre auf, sagt die Melkzeit an, zieht Saatfurchen, hält „gebündeltes Licht" feil. Ihm, der selbst viele Berufe ausprobiert hat, fällt es nicht schwer, tätige Menschen zu porträtieren. Jeder Handgriff ist genau studiert. Die Detailtreue und der Sprachreichtum der ein exaktes Benennen möglich macht, geben seinen Bauern und Bergleuten, seinen Glasbläsern und Steinbrechern anschauliche Lebensechtheit. Gerlachs lyrische Landnahme vollzieht sich als ein Prozeß menschlichen Aufstiegs. Mit einem vitalen „Sprung ins Hafermeer" verursacht er, sich und der Welt, soweit er sie aus eigener Anschauung kennt, auf den Grund zu kommen. Forschend und fragend „tritt er in die Erinnerung ein". In eindringlichen Bildern läßt er die Stationen seiner Kindheit vorüberziehen. Er schlägt in der Geschichte nach und zeigt mit exemplarischen Beispielen aus den „Zeiten der Verschuldung" den kontrastreichen gesellschaftlichen Hintergrund. Vergangenheit und Gegenwart durchdringen sich so zu einem vielgestaltigen poetischen Lebensbericht und lassen seine Landschaftsgedichte zu einem glaubwürdigen Beitrag zum Weltverständnis werden.
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Harald Gerlach
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